Vor etwa zwei Jahren lasen Lehrpersonen die ersten KI-generierten Texte von SuS (Schülerinnen und Schülern). Die Texte waren natürlich grossartig, aber heisst das, dass der oder die Schüler*in besser schreiben kann? Schon seit längerem hat die Digitalisierung die Schulen erreicht. Jeder bringt seinen Laptop mit in die Schule und arbeitet die meiste Zeit auch damit. Dementsprechend verwenden die SuS Hilfsmittel, die im Internet zugänglich sind. Oder noch schlimmer: Die SuS verbringen ihre Zeit im Unterricht mit Computerspielen oder auf den sozialen Medien. Bezüglich dieser Digitalisierung, besonders mit aufkommenden KIs wie ChatGPT, äusserte sich auch der Erziehungswissenschaften Roland Reichenbach in einem Interview. Reichenbach beschreibt das Problem, dass in der Bevölkerung die Überzeugung herrsche, dass das Neue das Gute sei (Z. 18f.). Insbesondere wenn das Neue einem viel Zeit spart, ist die folgende Frage nicht trivial: Verhilft die Digitalisierung zu einer besseren Bildung von Gymnasiast*innen? Besonders als Gymnasiast ist die vorige Frage wichtig, weil die Verwendung von Text-generierender KI oder die sozialen Medien in Bezug der Bildung uns Gymnasiast*innen täglich begleiten.
«Im Gegenteil, wenn alles schneller wird, sollte die Schule langsamer werden» (Z. 2). Das ist die Antwort von Reichenbach auf die Frage, ob die Schule sich auch radikal, wie die Welt verändern soll (Z. 1f). Diese Schnelligkeit ist nur eine Täuschung. Schnell heisst nicht besser. Ich begründe diese Aussage damit, dass es im Gymnasium nicht um das Produkt geht – dafür ist die Bildung nicht gedacht –, aber viel mehr um den Weg respektive um die Fortschritte der SuS. Dieser Fortschritt braucht Zeit und die Digitalisierung schenkt uns nicht mehr Nächte, damit unseren Gehirnen das neue Wissen besser einbetten kann.
Dazu machen Abkürzungen einen nicht besser, es gilt: üben, üben und üben. Im Gymnasium begegne ich oftmals die Mühe, dass einige Sachen nur durch mehrfachen üben lernbar sind. Ein Beispiel ist das Franzvokabular: Diese Wörter muss ich einfach mehrmals lernen, bis ich sie kann und dafür gibt es keine Abkürzung. Dasselbe gilt auch für allgemeineren Kompetenzen im Gymnasium. Nur über den steinigen Weg härten sich die Füsse ab. Und dieser steinige Weg muss jeder überqueren, angenommen die Person möchte besser werden. Die KI kann diesen Weg nicht ersetzen. Wenn jeder nur noch mit KI rechnet, rechnet niemand mehr. Wenn jeder mit KI schreibt, haben wir nur noch oberflächliche Bullsh*t-Texten.

Eines der unschönsten Themen bezüglich der Digitalisierung sind die sozialen Medien. Die sozialen Medien wie Instagram oder TikTok begleiten uns Gymnasiast*innen jeden Tag. Zwar behindern die sozialen Medien die gymnasiale Bildung direkt, aber die sozialen Medien sind ein Paradebeispiel dafür, dass die Digitalisierung auch Schlechtes mit sich bringt. Wie Karl Marx (sinngemäss) sagte, dass die Religion das Opium des Volkes sei; sind die sozialen Medien das Opium der heutigen Jugend. Der Vergleich zum Opium funktioniert eben, weil die sozialen Medien die Köpfe nur benebelt. Das «schnelle Sich-ins-Bild-Setzen» (Z. 29) ist gut und schön, aber hilft es den Gymnasiast*innen beim Schreiben oder in der Mathematik? Natürlich nicht. Die sozialen Medien sind nur zu konsumierende Unterhaltung, die «mit Übung nichts zu tun» haben (Z. 29f.).
Unsere Welt verändert sich drastisch, seit die Digitalisierung eingesetzt hat. Die Welt untersteht einem enormen Wandel, besonders mit der KI-Revolution. Doch was bedeutet das für die Schulen? Wie viel soll sich die Schule verändern bzw. anpassen, um den SuS eine bessere Bildung zu bieten? Reichenbach schliesst ab, dass «weniger Digitalität sicher mehr» sei (Z. 30f.). Auch meinen dargestellten Argumenten sprechen für die traditionelle Weise. Aber das hindert mich und meinen Schulkamerad*innen nicht davon ab, textgenerierende KI zu benutzen. Die Frage, ob es Ihnen hilft oder schadet, bleibt offen.
Quillbot.com (Korrekturprogramm)
Reichenbach, R. (2025, 24. Oktober). Interview zu Schule, Bildung und Erziehung. Das Magazin.